Rechtsanwalt Thomas Kümmerle

Fachanwalt für Strafrecht / Strafverteidigung, Unfallregulierung & Verkehrsrecht / Kanzlei Hoenig Berlin

Monatsarchive: November 2015

Unfallratgeber: Wenn beide haften, freuen sich die Versicherungen

4. Mithaftungseinwand und Haftungsquoten

Dass der Halter des Unfallgegnerfahrzeugs verschuldensunabhängig und der Fahrer bei Verschulden haften, ist nur die halbe Miete. Die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung) kann Ihnen nämlich eine Mithaftung entgegenhalten. Ihnen wird dann vorgeworfen, Sie bzw. der Fahrer Ihres Fahrzeugs hätten den Unfall und damit Ihren Schaden zum Teil oder vieleicht sogar überwiegend (mit)verursacht. Ihr Schadenersatz wird dann nur zum Teil oder gar nicht ersetzt.

Waren an dem Unfall mindestens zwei Kraftfahrzeuge beteiligt, also ihr Fahrzeug und das des Unfallgegners, wird die Mitverursachung den jeweiligen Beteiligten über § 17 StVG zugerechnet, außer es liegt ein sogenanntes unabwendbares Ereignis vor. Das ist etwas weniger als höhere Gewalt, aber auch schwer nachzuweisen. Maßstab ist der sogenannte „Idealfahrer“, also ein Fahrer der immer alles richtig macht und den es eigentlich nicht gibt. Ob und zu welchem Teil Sie Ihren Schaden bezahlt bekommen, hängt also davon ab, inwieweit der Unfall vorwiegend von Ihrem Unfallgegner oder von Ihnen bzw. dem Fahrer Ihres Fahrzeugs verursacht worden ist. Mehr von diesem Beitrag lesen

Unfallratgeber: Direktanspruch gegen die Versicherung

3. Direktanspruch gegen die Kfz-Haftpflichtversicherung

Alle Ansprüche die Sie gegen Halter und Fahrer des gegnerischen Fahrzeugs haben, können Sie gegenüber der Kfz-Haftpflichtversicherung direkt geltend machen (§ 115 Versicherungsvertragsgesetz. Man muss also nicht erst den Unfallgegner anschreiben oder mühsam den Halter ermitteln und abwarten, bis dieser seine Versicherung infomiert hat.

Unfallratgeber: Die Verschuldenshaftung

2. Verschuldenshaftung des Fahrers

Im Gegensatz zur Gefährdungshaftung haftet der Fahrer eines Kfz – also Ihr Unfallgegner – nur dann, wenn er den Schaden durch sein Verschulden verursacht hat (zum Beispiel fahrlässiges Überholmanöver, Vorfahrtverletzung, Rotlichtverstoß etc.).

Gegen den Fahrer besteht dann ein Anspruch auf Schadenersatz aus § 18 Abs. 1 StVG oder nach den normalen Schadenersatzregeln des Bürgerlichen Gesetzbuches (§ 823 BGB). Ist der Fahrer gleichzeitig Halter, haftet er zusätzlich auch ohne Verschulden.

Unfallratgeber: Der hat doch Schuld, nicht ich!

II. Der hat doch Schuld, nicht ich!

Nach einem Verkehrsunfall reguliert man seinen Schaden regelmäßig über die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners. Logisch, die hat schließlich das Geld. Eigentlich kommt es aber darauf an, ob der Halter oder der Fahrer des gegnerischen Fahrzeugs haften und Sie selbst keine Mithaftung trifft. Denn erst dann muss die Versicherung Ihren Schaden komplett zahlen.

Diese Haftung ergibt sich aus dem Gesetz, bei einem Verkehrsunfall sogar aus mehreren. Hier nur die wichtigsten. Mehr von diesem Beitrag lesen

Unfallratgeber: Wie geht es nach einem Unfall jetzt weiter?

Nach einem Verkehrsunfall ist für Sie natürlich in erster Linie wichtig, ob die Versicherung Ihres Unfallgegners den Schaden komplett bezahlen muss oder ob Sie möglicherweise anteilig mithaften und nur einen Teil Ihres Schadens oder gar nichts ersetzt bekommen. Das ist die sogenannte Haftung dem Grunde nach. Erst wenn die feststeht, geht es um Geld. Das ist dann die Haftung der Höhe nach. Dazu mehr in den nächsten Teilen des Ratgebers.

Foto: Fotolia / Stefan Körber

Unfallratgeber: Was macht mein Anwalt für mich?

Was macht mein Anwalt für mich?

Ihr Anwalt nimmt Ihnen einen Großteil der Unfallregulierung ab. Ein paar Sachen müssen Sie natürlich selbst erledigen, nämlich Ihren Anwalt zunächst einmal umfassend zu den Beteiligten des Unfalls und dem Hergang informieren.
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Unfallratgeber: Verkehrsrechtsschutz

Ich habe eine Rechtsschutzversicherung!

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, minimieren Sie Ihr Kostenrisiko.

Wichtig bei der Unfallregulierung ist natürlich, dass Verkehrsrechtsschutz mitversichert ist. Welche Risiken Ihre Versicherung genau einschließt, ergibt sich aus dem Vertrag und den allgemeinen Rechtsschutzbedingungen.
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Unfallratgeber: Versicherungsgutachter? Nein danke!

Warum soll ich nicht einen Gutachter der Versicherung nehmen, der kostet mich doch nichts?

Sie kennen vielleicht das gute alte Sprichwort, wes‘ Brot ich ess, des‘ Lied ich sing. Der Versicherungsgutachter wird den Schaden an Ihrem Fahrzeug so niedrig wie möglich berechnen, vorzugsweise als Totalschaden, während der von Ihnen beauftragte Gutachter möglicherweise feststellt, dass Ihr Fahrzeug unter Einsatz von Gebrauchtteilen noch repariert werden kann. Das macht einen beträchtlichen Unterschied bei der Höhe des Schadenersatzes aus.
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Unfallratgeber: Was kostet mich der Gutachter?

Und was kostet so ein Sachverständiger?

Ihr Kfz-Sachverständiger berechnet ein Grundhonorar was sich in der Regel nach der Schadenhöhe richtet, zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer und er wird sich von Ihnen eine sogenannte Sicherungsabtretung unterzeichnen lassen. D.h., er macht seine Kosten entweder selbst bei der Versicherung Ihres Unfallgegners geltend oder aber lässt das Ihren Anwalt erledigen. Sie müssen in der Regel erst einmal nicht in Vorkasse gehen. Wie lange Ihr Gutachter mit der Bezahlung wartet, falls es mit der Regulierung länger dauert, ist Verhandlungssache.

Unfallratgeber: Wer bezahlt meinen Anwalt?

Die gesetzlichen Gebühren Ihres Anwalts trägt bei vollständiger Haftung die Versicherung Ihres Unfallgegners. Bei einer Mithaftung müssen Sie Ihren Anwalt anteilig selbst zahlen.

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