Rechtsanwalt Thomas Kümmerle

Fachanwalt für Strafrecht / Strafverteidigung, Unfallregulierung & Verkehrsrecht / Kanzlei Hoenig Berlin

Schlagwort-Archiv: Gutachten

richterliche Sachkunde

BGH, Beschl. v. 08.03.2016 – VI ZR 243/14: Der Tatrichter darf, wenn es … um die Beurteilung einer Fachwissen voraussetzenden Frage geht, auf die Einholung eines Sachverständigengutachtens nur verzichten, wenn er entsprechende eigene besondere Sachkunde auszuweisen vermag. Zudem muss das Gericht, wenn es bei seiner Entscheidung eigene Sachkunde in Anspruch nehmen will, den Parteien zuvor einen entsprechenden Hinweis erteilen (vgl. nur Senatsbeschluss vom 13. Januar 2015 – VI ZR 204/14, VersR 2015, 472 Rn. 5 mwN).

Das könnte glatt ein Textbaustein für meine Berufungsbegründungen werden.

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Richterlicher Sinneswandel

Mein Mandant hatte seinen Unfallschaden fiktiv, also ohne Vorlage einer Werkstattrechnung geltend gemacht. Dummerweise hatte er einer Nachbesichtigung durch einen Sachverständigen der Versicherung zugestimmt. Die gegnerische Versicherung kürzte daraufhin munter und ich klagte.

Im Prozeß kam die Versicherung mit dem lustigen Argument, mein Mandant könne nicht mehr fiktiv abrechnen, da er – wie die Nachbegutachtung ergab – bereits vollständig repariert habe. Etwas irritiert war ich, als die Richterin mir im Termin erklärte, auch dieser Meinung zu sein. Mein Mandant müsse eine Rechnung der Werkstatt vorlegen und dieser Betrag sei dann zu ersetzen. Wenn er nichts vorlege, werde sie davon ausgehen, dass die gekürzte Zahlung der Versicherung wohl ausreichend sei und die Klage abweisen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Kosten des Sachverständigen für Wertermittlung der Motorradschutzkleidung nicht ersatzfähig?

Mein Haus- und Hofsachverständiger für motorisierte Zweiräder hat mir auf meine Bitte hin ein Urteil zukommen lassen. Nach einer Kürzung seiner Sachverständigenkosten, hatte er den Differenzbetrag beim AG Mitte eingeklagt und sich eine blutige Nase geholt. Ich wollte natürlich wissen warum.

Nach einem Unfall ist es in aller Regel so, dass der kluge und/oder gut beratene Unfallgeschädigte einen eigenen Sachverständigen beauftragt, den Schaden an seinem Kraftfahrzeug zu kalkulieren. Besonders gute Qualität ist nicht billig zu haben, sondern kostet eben. Dafür kann man sich dann aber auch sicher sein, ein Gutachten zu haben, was Hand und Fuß hat. Seinen Schadenersatzanspruch tritt man dann als Geschädigter in der Regel an den Sachverständigen in Höhe der Gutachterrechnung ab, die Versicherung des Unfallgegners zahlt an diesen also direkt. Mal früher, meist etwas später. Mehr von diesem Beitrag lesen

Unfallratgeber: Was kostet mich der Gutachter?

Und was kostet so ein Sachverständiger?

Ihr Kfz-Sachverständiger berechnet ein Grundhonorar was sich in der Regel nach der Schadenhöhe richtet, zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer und er wird sich von Ihnen eine sogenannte Sicherungsabtretung unterzeichnen lassen. D.h., er macht seine Kosten entweder selbst bei der Versicherung Ihres Unfallgegners geltend oder aber lässt das Ihren Anwalt erledigen. Sie müssen in der Regel erst einmal nicht in Vorkasse gehen. Wie lange Ihr Gutachter mit der Bezahlung wartet, falls es mit der Regulierung länger dauert, ist Verhandlungssache.