Rechtsanwalt Thomas Kümmerle

Fachanwalt für Strafrecht / Strafverteidigung, Unfallregulierung & Verkehrsrecht / Kanzlei Hoenig Berlin

Schlagwort-Archiv: Unfallratgeber

Unfallratgeber: Erhöhtes Restwertangebot und Restwertbörsen

Noch eine beliebte Variante der Versicherungen bei einem Totalschaden zu sparen, ist es, Ihnen ein höheres Restwertangebot zu schicken. Ihr Sachverständiger holt mindestens drei Restwertangebote regionaler Anbieter ein. Er ist nicht verpflichtet, in dubiosen Internetbörsen zu recherchieren, ob irgendwo in Hintertupfingen ein Schrotthändler sitzt, der für Ihr Fahrzeug vielleicht 300 € mehr bietet. Die Versicherung macht aber genau das und schickt Ihnen dann das Angebot eben dieses Hintertupfinger Schrotthändlers und behauptet, Sie seien jetzt verpflichtet, dessen Angebot anzunehmen, auf jeden Fall werde man bei der Schadenabrechnung das höhere Restwertgebot von Ihrem Wiederbeschaffungswert abziehen. Wenn Sie Ihr Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt schon zu dem von Ihrem Sachverständigen ermitteln Restwert verkauft haben, ist das Angebot der Versicherung unbeachtlich. Sind auch nicht verpflichtet, auf ein solches Angebot der Versicherung zu warten. Mehr von diesem Beitrag lesen

Unfallratgeber: Hat die gegnerische Versicherung ein Recht auf Nachbesichtigung?

Eine andere beliebte Variante der Versicherung, Ihren Schaden auf einen Totalschaden herunterzurechnen besteht darin, dass man verlangt, Ihr Fahrzeug nachzubesichtigen.

Das können Sie getrost ignorieren, wenn Ihr Sachverständigengutachten keine gravierenden Mängel aufweist, Vorschäden nicht vorhanden oder aber zu solchen im Gutachten ausreichende Ausführungen gemacht wurden, geschweige denn Anhaltspunkte für ein betrügerisches Verhalten ersichtlich sind. Es besteht dann kein Grund, der Versicherung eine solche Nachbesichtigung zu gestatten. Mehr von diesem Beitrag lesen

Unfallratgeber: Ich hänge doch aber so an meinem Auto!

4. Reparatur trotz Totalschaden, die „130 % Regelung“

Wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert übersteigen, ist eine Instandsetzung Ihres Fahrzeugs eigentlich unwirtschaftlich. Vielleicht hat Ihr Fahrzeug für Sie aber einen besonderen ideellen Wert. Sie sind an Ihr Fahrzeug gewöhnt oder verknüpfen damit besondere Erinnerungen. Die Rechtsprechung hat dieses besondere Interesse und die Tatsache, dass Kraftfahrzeuge hierzulande einen besonderen Stellenwert haben anerkannt und daher die sogenannte 130 % Regelung eingeführt. Danach können Sie unter bestimmten Voraussetzungen Ihr Fahrzeug trotz eines Totalschadens reparieren lassen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Unfallratgeber: Der war doch noch neu!

3. Neuwagen

War Ihr Fahrzeug zum Unfallzeitpunkt fabrikneu, also noch nicht länger als einen Monat zugelassen und noch nicht mehr als 1.000 km bewegt, können Sie, wenn ein erheblicher Schaden eingetreten ist, auf Neuwagenbasis abrechnen. Sie erhalten also einen neuen Neuwagen und müssen sich nicht noch einmal die bis dahin gefahrenen Kilometer anrechnen lassen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Unfallratgeber: Der Totalschaden

2. Totalschaden

Ist Ihr Fahrzeug nur noch Schrott, entweder tatsächlich oder aber weil eine Reparatur den Fahrzeugwert bei weitem übersteigt, handelt es sich um einen (wirtschaftlicher) Totalschaden. Sie erhalten von der Versicherung dann den Wiederbeschaffungsaufwand ersetzt.
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Unfallratgeber: Heiliges Blechle!

Den Schaden an Ihrem Fahrzeug können Sie entsprechend der Haftung natürlich ersetzt verlangen. Die Frage ist nur, wie hoch ist der Schaden eigentlich, müssen Sie reparieren lassen, dürfen Sie Ihr Fahrzeug auch bei einem Totalschaden behalten usw. ?

1. Reparaturschaden, konkret oder fiktiv?

Ist der Schaden zu beheben und Ihr Fahrzeug werthaltig genug, erhalten Sie die von Ihrem Sachverständigen kalkulierten Instandsetzungskosten ersetzt, soweit diese erforderlich sind. Sie können Ihr Fahrzeug also in einer Werkstatt Ihres Vertrauens reparieren lassen, bekommen die von Ihnen verauslagten Werkstattkosten inklusive Mehrwertsteuer erstattet oder die Versicherung erklärt der Werkstatt gegenüber die Übernahme der Kosten und bezahlt direkt dorthin. Mehr von diesem Beitrag lesen

Unfallratgeber: Was bekome ich den nach einem Unfall überhaupt ersetzt?

Glückwunsch, Sie haben es geschafft und sich durch die zugegeben etwas drögen und gesetzeslastigen Teile gelesen. In den weiteren Teilen komme ich zu der wesentlich spannenderen Frage, was man denn so alles als Schaden geltend machen kann, der sogenannten Haftung der Höhe nach, wobei ich zunächst die Sachschäden beleuchte und das Thema Schmerzensgeld und weitere Personenschäden, da zu komplex, später gesondert erläutere.

Unfallratgeber: Geld gibt es nicht unbegrenzt!

8. Haftungshöchstgrenzen

Im Falle der Tötung oder Verletzung eines oder mehrerer Menschen bei einem Verkehrsunfall besteht eine Haftung bis zu einem Kapitalbetrag von maximal 5 Millionen und für Sachschäden, auch wenn durch dasselbe Ereignis mehrere Sachen beschädigt wurden, bis zu einem Betrag von maximal 1 Million Euro (§ 12 StVG). Das hört sich erst einmal viel an, kann aber in der Summe z.B. bei einem Massenunfall auf der Autobahn schnell erreicht sein. Übersteigt die Entschädigung, die mehreren Geschädigten aufgrund des Unfalls zu zahlen wäre, den Haftungshöchstbetrag, sind die Entschädigungen anteilig zu kürzen (§ 12 Abs. 2 StVG).

Unfallratgeber: Mein Unfallgegner ist abgehauen!

7. Was tun, wenn der Unfallgegner keine Versicherung hat oder geflüchtet ist?

Sie müssen, wenn Ihr Unfallgegner das Weite gesucht hat nicht warten, bis das strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen unbekannt abgeschlossen ist. Es ist nämlich völlig unerheblich wer der Fahrer war. Sie haben schließlich Ansprüche gegen den Halter und die Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrzeugs. Wichtig ist nur, dass Sie ein Kennzeichen haben.

Wenn Sie Ihre Ansprüche nicht durchsetzen können, weil entweder das Fahrzeug des Unfallgegners nicht ermittelt werden kann, es nicht versichert war oder die Versicherung berechtigt ist die Zahlung zu verweigern oder aber die Versicherung pleite ist, können Sie unter den Voraussetzungen des § 12 Pflichtversicherungsgesetz Ihren Schaden beim Verkehrsopferhilfe e.V. geltend machen. In den so genannten Fahrerfluchtfällen werden, um eine übermäßige oder missbräuchliche Inanspruchnahme zu vermeiden, Sachschäden an Kraftfahrzeugen nur erstattet, wenn gleichzeitig ein beträchtlicher Personenschaden entstanden ist. Handelt es sich um ein nicht versichertes Fahrzeug oder wurde der Schaden vorsätzlich verursacht, gelten diese Einschränkung jedoch nicht.

Unfallratgeber: Wo kommt der denn her?

6. Das Fahrzeug des Unfallgegners hat ein ausländisches Kennzeichen!

Stellen Sie sich vor, ihr italienischer Unfallgegner war mit dem Auto eines Freundes aus dem Londoner East End in Deutschland unterwegs, zugelassen und versichert ist das Auto aber in Frankreich. Klingt erst einmal kompliziert, ist es aber eigentlich nicht. Dafür gibt es den Grüne Karte e.V., Eine sinnvolle Einrichtung der Kfz-Haftpflichtversicherungen, wenn man in Deutschland einen Unfall mit einem ausländischen Kraftfahrzeug hat. Dorthin meldet man den Schaden, es wird dann ein Regulierer in Deutschland benannt, der für den ausländischen Haftpflichtversicherer den Schaden abwickelt. Allerdings müssen Sie bei der Regulierung sehr viel Geduld mitbringen, es dauert.

Wesentlich komplizierter geht es zu, wenn Sie mit Ihrem Fahrzeug im europäischen Ausland einen Unfall hatten, da sich in der Regel alle Ihre Schadenersatzansprüche nach dem Recht des Unfallortes richten. Europa ist zwar eins, das Schadenersatzrecht in den Mitgliedsstaaten jedoch höchst unterschiedlich.